Bin ich Führungsmensch?

Bin ich Führungsmensch?

Bin ich Führungsmensch?

Haben Sie sich auch schon gefragt, ob Sie eine gute Führungsperson sind? Was zeichnet denn eine gute Führungskraft am Ende des Tages eigentlich aus? Die Fragen aller Fragen, welche zum Glück, oder zum Leidwesen einiger, nicht mit schwarz oder weiss beantwortet werden kann. Ist die Qualität der Führung überhaupt messbar? Welche Variablen werden für die Messbarkeit miteinbezogen? Ist es die Zahl unten rechts, die zählt? Ist es die vielfach gepredigte Mitarbeiterzufriedenheit? Die Zielerreichung? Wenn ja, wie hoch werden die Ziele eigentlich definiert?

Die Antwort ist visuell einfach und simpel und am besten mit einer Metapher in Kunstform zu erklären. «Vergleichen wir die Führungsarbeit mit einem Mobile. Wenn ein Unternehmen wie diese Kunstform ausgeglichen aufgestellt ist, ist die Führungsqualität auf Top-Niveau!» Mit dem Mobile ist hier nicht in etwa ein Handy gemeint, sondern ein frei hängendes, ausbalanciertes, fragiles Gebilde, welches schon von einem schwachen Luftzug in Bewegung gebracht wird. Der Begriff stammt aus dem französischen Adjektiv mobile und bedeutet beweglich, verstellbar, drehbar, lose oder lebhaft. Wer schon einmal ein solches Mobile selbst gebastelt hat, weiss aus Erfahrung, dass die Kunst im ausgewogenen und ausbalancierten System liegt.

 

Stellen wir uns vor, alle Einflussfaktoren wie Ziele, Vorgaben, Interessen und Befindlichkeiten sind in diesem Gebilde integriert. Somit besteht die Herausforderung an die Führungsperson die ganz unterschiedlich gewichteten Variablen ins Gleichgewicht zu bringen. Das ist jedoch nicht die leichteste Aufgabe, sondern das System in sich sollte den äusseren Einflüssen ebenfalls standhalten. Bildlich gesehen ist somit nicht zwingend die Schönheit des Mobiles entscheidend, sondern die Standfestigkeit gegen die Umweltbedingungen wie Regen und Wind. Je nachdem wo das Gebilde aufgehängt wird, verändern sich die Anforderungen an das fragile Gebilde und somit an die Standhaftigkeit.

«Die Kunst des Führens besteht darin, alle Bewegungen im System zu erkennen und diese nachhaltig ins Gleichgewicht zu bringen.»

Sicherlich ist es leichter, ein Mobile von Beginn weg selbst aufzubauen. Die einzelnen Variablen können beliebig gewichtet und die Bestandteile nach eigenem Gutdünken ausgesucht werden. Mit der Zeit kennt man das System bestens und weiss welche zusätzlichen Teile das System verkraftet.
Etwas schwieriger kann es werden, wenn ein bestehendes Gebilde übernommen wird. Da besteht eine grosse Gefahr. Wenn zusätzliche Teile, welche eigentlich in einem anderen System gut funktioniert haben, neu hinzugefügt werden, können genau diese Erneuerungen das ganze System aus dem Gleichgewicht bringen. Somit ist jede Veränderung ein Abwägen und eine stetige Auseinandersetzung mit dem Gebilde. Je mehr Informationen über das fragile System vorhanden sind, desto besser sind die Konsequenzen abschätzbar.

Auf die Realität im Führungsalltag bezogen, ist somit eine grosse Vielfalt an Können und gleichzeitig tiefes Systemwissen gefragt, um ein Team oder ein Unternehmen im Gleichgewicht zu halten. Es muss in erster Linie erkannt werden, ob und wo ein Ungleichgewicht im Gebilde besteht.
Die Erkenntnis alleine reicht jedoch noch nicht, um das System gezielt gegen äussere Einflüsse zu wappnen. Die grosse Kunst besteht darin, die richtigen Fäden am richtigen Ort zu ziehen. Denn wenn ein Faktor oder eine Variable verändert wird, hat diese Intervention mit grosser Bestimmtheit auch Folgen auf andere Bereiche. Das System ist nur immer so gut ausbalanciert, wie die Führungsperson auch Einfluss nimmt.

«Grundvoraussetzung für gute Interventionen sind die nötigen Informationen aus dem System.»

Nun kann sich jede Führungsperson selbst fragen, ob sich das zu leitende System im Gleichgewicht befindet und allfällige Ausschläge rechtzeitig erkannt werden.
Um diese Tatsachen überhaupt feststellen zu können, muss sich ein Vorgesetzter die nötigen Informationen beschaffen. Nicht nur auf Papier, sondern bei den Mitarbeitern selbst. Dort sind am ehesten Anzeichen von einem drohenden Ungleichgewicht zu erhalten. Je tiefer die Information Beschaffung im System stattfindet, desto früher können die Fäden am Ursprung wieder gerichtet werden. Nur so kann ein grosser Schaden für das Unternehmen abgewendet werden.

Wie in einem Mobile sind Ungleichgewichte ganz zu Oberst am stärksten und eventuell auf der gegenüber liegender Seite sichtbar. Somit entsteht ein gefährlicher Trugschluss. Aus natürlichem Reflex reagieren Führungsperson mit zu wenig Systemkenntnis am völlig falschen Ort mit entsprechenden Korrekturmassnahmen. Dass die eingeleiteten Interventionen unter dem Strich noch mehr Ungleichgewicht ins System bringen, liegt somit auf der Hand.

Ein guter Führungsmensch geht somit stetig auf Informationssuche im System. Ist in Kontakt mit den involvierten Personen und kennt dessen Wahrnehmungen. Nur durch das persönliche Gespräch mit dem einzelnen Mitarbeiter kann eine Führungsperson die richtigen Massnahmen definieren und dessen Auswirkungen überwacht werden. Somit ist auch klar, welche zusätzlichen Zielvorgaben das System verkraftet und wo allenfalls Handlungsbedarf zur Zielerreichung besteht.

Der nächste Schritt zum noch besseren Führungsmensch wäre die Kenntnisse über die einzelnen Fähigkeiten der im System agierenden Personen. Mit diesen Informationen wird es noch einfacher, eine stabile Grundlage im System zu erschaffen. Mehr dazu folgt hier.

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